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Klicken statt Schleppen? Interview mit Sebastian Uhle

POSpulse im Gespräch mit Branchenexperten – Interview mit Sebastian Uhle über die Zukunft des Einzelhandels

Sebastian Uhle ist seit einem Jahr Global Head im Bereich Market Research & Category Management bei HARIBO. Auf Xing beschreibt sich der Diplom-Kaufmann als „Spezialist mit generalistischen Fähig-/Fertigkeiten, dessen Treiber das Aktivhalten der Lernkurve ist.“ Vor seiner Zeit bei HARIBO war er für dreieinhalb Jahre Leiter im Bereich Research & Category Management bei Storck Deutschland KG in Berlin.

Wir haben mit Sebastian über die Zukunft des Einzelhandels und die wichtigsten Branchen-Trends gesprochen.

 

Wie sieht der Handel der Zukunft aus? Inwiefern werden digitale Konzepte unser Shoppingverhalten in den nächsten 3 Jahren verändern?

In den kommenden drei Jahren werden vermehrt Omni-Channel-Angebote für den Kauf von Lebensmitteln auf dem Markt erscheinen. Händler dürfen die Kaufwege nicht mehr separat betrachten, sondern müssen kanalübergreifend agieren. Außerdem wird es in den kommenden Jahren darauf ankommen, dass etablierte Offline-Händler zum einen ihre Logistikkompetenz beweisen, und zum anderen dass etablierte Logistiker zeigen, dass auch sie Lebensmittel „können“. Kompetenz zeigt sich hier beispielsweise durch pünktliche Lieferung und individuelle Lieferzeiten. Beides sind Dinge, die für Verbraucher heutzutage immer wichtiger werden. Shopper werden diese Services testen und durch ihr Kaufverhalten Feedback geben. Die daraus resultierende Lernkurve, sowohl auf Seiten der Einzelhändler als auch auf Seiten der Kunden, wird die kommenden Jahre zu immer neuen Updates führen. Eins ist sicher: Das Verhalten zukünftiger Generationen beim Lebensmitteleinkauf ändert sich, wenn auch eher langfristig.

Aktuell werden im Einzelhandel viele innovative Konzepte getestet (z. B. Amazon Fresh, Click & Collect Abholboxen, Lieferung via Drohnen, etc.). Welches Konzept/welche Lösung hat deiner Meinung nach das größte Potenzial?

Am erfolgversprechendsten schätze ich Konzepte ein, die die Bedürfnisse Versorgung, Preiswürdigkeit und Convenience in allen Kanälen – also Omni-Channel – umsetzen können. Das kann sowohl Home Delivery, Urban Click & Collect, also eine Online-Bestellung mit anschließender Abholung in einer Filiale, als auch eine Abholstation sein. In ländlichen Regionen kann der Lieferdienst als „mobiler Supermarkt“ eine effiziente Alternative zum stationären Handel sein.

Wenn Du traditionellen Händlern und Markenartikeln einen Rat geben könntest, um sich zukünftig auf die Veränderungen einzustellen, welcher Rat wäre das?

Einen Rat kann man letztlich nur als Verbraucher geben, nicht als Industrieangestellter. Aber wie schon gesagt: Bestehende klassische Handelsformate müssen ihre Logistikkompetenz in Kombination mit einem angemessenen Preis beweisen und gleichzeitig aus der Preisspirale ausbrechen, um zusätzliche Leistungen – wie beispielsweise eine Abholstation oder Home Delivery – anbieten zu können, die dem Kunden einen echten Mehrwert bieten. Die Verbindung von Einkaufserlebnis auf der einen Seite und bequemer Onlinebestellung auf der anderen Seite, kann eine Herausforderung sein.

Inwiefern können Unternehmen im Einzelhandel von Startup-Kooperationen profitieren?

Mögliche Vorteile der Kooperation mit einem Startup sind beispielsweise, dass der Inkubator außerhalb der eigenen Organisation liegt, und die Arbeit im Inkubator erst einmal ungestört vom Daily Business abläuft. Auf diese Weise kann dann Schritt für Schritt Innovation entwickelt und auch in die Kernorganisation übertragen werden. Auch die Verflechtung unterschiedlicher Kulturen – agile und moderne Startup-Kultur auf der einen Seite und die strukturiertere Konzernkultur mit langjähriger Branchen-Erfahrung auf der anderen Seite – kann extrem hilfreich sein.

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AUTOR(IN)

Michaela Schützinger

Michaela Schützinger

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